Über das Projekt

Die Entdeckung zahlreicher mittelalterlicher Pilgerzeichen bei Ausgrabungen im Stader Hansehafen 2012/13 gab den Blick in eine unbekannte Welt frei: Auch in Norddeutschland waren bis zur Reformation viele Menschen unterwegs zu den großen Pilgerkirchen Europas, aber auch zu zahlreichen heute völlig vergessenen Wallfahrtskirchen in der eigenen Heimat.

Angeregt von diesen Funden ist es das Ziel unseres Forschungsprojektes, die mittelalterliche Wallfahrtsgeografie in Norddeutschland, besonders im Elbe-Weser-Raum zu erforschen. Neben den ehemaligen Wallfahrtskirchen und -kapellen sollen auch norddeutsche Reisende auf dem Weg zu den großen Pilgerkirchen im römisch-deutschen Reich sowie nach Santiago de Compostela, Rom und Jerusalem in den Blick genommen werden. Einen Schwerpunkt der Forschung bilden die Klöster, Stifts- und Domkirchen Niedersachsens. Das auch Protestanten als Heilig-Land-Pilger in der frühen Neuzeit eine Rolle spielen sollen, ist ebenso eine Besonderheit des Projektes, wie der Blick auf evangelische Wallfahrten zu sogenannten „Wunderbrunnen“.

Das Forschungsprojekt wird durch eine Tagung ergänzt, die bereits erreichte Ergebnisse vorstellen und neue Anregungen geben soll.

Die Forschungsergebnisse werden in einer von den Museen Stade und Lüneburg geplanten Verbundausstellung vorgestellt. Dazu erscheint ein opulenter Begleitband. Darüber hinaus ist eine langfristige touristische Inwertsetzung ehemaliger Wallfahrtsorte der Metropolregion Hamburg geplant.

Pressemitteilung zum Forschungsprojekt vom 26.11.2018